Namasté

Die letzten Tage ist es hier tatsächlich kühler geworden in diesem sogenannten Indien. Kalt genug für Fließjacke (nachts) aber noch zu warm für das heißersehnte kollektive Moskitosterben. So muss ich noch immer jede Nacht vor dem Einschlafen eine halbe Stunde der Moskitojagd widmen. Vorteil: Ich muss nicht mehr alleine Jagen und Blut hergeben, denn Sté ist da und wir teilen nun diesen Spaß. Gut ist auch, dass Sté nicht nur die Moskitos anzieht, sondern auch die ebenso aufdringlichen Blicke der Inder, denn sie starren sie die ganze Zeit an, als hätte sie etwas sehr falsch gemacht (die Frauen) oder als stamme sie von einem anderen wunderschönen Planeten (die Männer).

Die letzten beiden Tagen war einiges los. Freunde des Doks haben eine kleine Ehrenfeier für ihn veranstaltet auf der auch ich spontan über die Menschenrechtssituation in Deutschland sprechen sollte.

Leider wurde nicht alles korrekt in Hindi übersetzt, weshalb nur der englisch sprechende Teil der Zuhörer erfahren hat, wie es um die Zukunft unseres Landes vielleicht wirklich steht. Danach sind die beiden Deutschen noch mit dem Doktor in eine Bar gegangen um auf Alles anzustoßen.

Die vergangene Nacht haben wir in einem Hotel am Ganges verbracht, um nahe am Fluss zu sein, da wir früh morgens den Sonnenaufgang vom Boot aus beobachten wollten. Die Stadt soll im Morgenlicht sehr beeindruckend wirken. Leider wurden wir dann aber enttäuscht, als wir um kurz vor sechs am Ganges standen, da die Bootsfahrer seit vorgestern alle streiken. Sie wehren sich gegen das Verbot, aufgrund der erhöhten Sicherheitsstufe nach den Anschlägen, an den Haupttouristenplätzen entlang des Ufers anlegen zu dürfen. So blieb uns nur, der Sonne vom Ufer aus beim Steigen und Farbe wechseln zuzusehen. Mittags sind wir dann mit dem Zug weiter zur Landeshauptstadt Lucknow gefahren. Meine erste Zugfahrt in Indien. Und ich möchte mehr davon. Kleine Impression liefert das Video.

http://www.youtube.com/watch?v=H8d2EzF8rhA

Jetzt sitzen wir also  in einem Guesthouse in Lucknow und haben vorhin noch mit einem Paar aus Neuseeland – die Frau sehr ruhig der Mann dagegen Wortfluten ergießend – einer Polin und einem bisschen durchgeknallten Inder, der herzergreifend lange über die Tatsache, dass händchenhaltende Männer in der westlichen Gesellschaft als schwul angesehen, gelacht und auf den Tisch geklopft hat. Sté sprüht sich gerade mit „Noskito ein“ ansonsten bin ich sehr gespannt auf meine ersten Tage traveln.

Advertisements

2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Axel
    Dez 21, 2010 @ 15:55:52

    Und die große Preisfrage lautet: Was war in den Tüten, die in der Bahn verkauft wurden? Eis ja wohl kaum. Lieber Stephan, viiiiiel Spaß noch weiterhin beim Traveln, schöne indische Weihnachten und guten Rutsch. Bis 2011. Liebe Grüße von Axel und Ruth.

    Antwort

  2. Daniel
    Dez 22, 2010 @ 11:42:50

    Aus dem Zug sieht das aus, als würde man von Schwäbisch Hall nach Aalen fahren. Hübsch, aber ein bisschen strukturschwach… Du hast aber leider den Schwenk auf dich vergessen. Geht jetzt das große Traveln schon los?
    Da schließ ich mich mal meinen Vorrednern an: Frohe Weihnachten da drüben!!!

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: