Tolle Worte vernommen

gt;Eigentlich wollte ich ja mal was über Fussball in Indien schreiben, aber den gibt es hier nicht, deshalb etwas über den Dalai Lama. Der ist seit gestern hier in Varanasi und wird die laufende Woche täglich Unterricht in der Buddhistischen Lehre geben. Heute war ich dort und es war wirklich äußerst interessant und ich bin voll und ganz bezirzt von der Ausstrahlung dieses Mannes. Rund 10.000 Menschen hatten sich unter einem riesigen Zelt versammelt; die meisten von ihnen in rotem Gewand aber auch jede Menge Ausländer waren da, teils ebenfalls in rot gekleidet, teils in touri. Der Dalai Lama sprach in Tibetisch, aber alles was er sagte wurde simultan in Englisch übersetzt, was man mithilfe von kleinen Radios dann empfangen konnte. Er ist echt ein herzerwärmender Mensch: Während er da auf seinem bunten Thron sitzt macht er Witze, lacht sehr viel und erklärt anhand von guten Beispielen den Buddhismus: Anhand von Georg W. Bush, seinem guten Freund, veranschaulicht er, wie Hass und Wut zu Dummheit und Unglück führen. Was besonders beeindruckte: Die besondere Betonung der Logik und der Intelligenz in der buddhistischen Lehre. Und wenn mir jetzt vielleicht einige widersprechen möchten, aber Logik und Religion sind ja nicht immer vereinbar. Den Buddhismus sehe ich aber generell sowieso nicht als Religion an, sondern eher als Philosophie. Der D.L sprach auch sehr viel über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und wie diese mit dem Buddhismus zu verbinden seien. Zum Beispiel über Hirn- und Verhaltensforschung. Er glaubt auch, dass man die Wiedergeburt wissenschaftlichen beweisen könnte. So habe er auch von einigen Fällen erfahren, in denen kleine Kinder sich an ihr altes Leben erinnern könnten, fremde sprachen Sprechen und Menschen nennen, die sie unmöglich kennen könnten. Ja, das sagte er. Außerdem sprach er über das Verhältnis zum eigenen Körper und einem Freund, der seine Ejakulation unterdrücken könne, da lachte er ganz laut auf, über China und vieles mehr. Ich denke ich gehe morgen wieder hin.

Leider durfte ich in dem Zelt keine Bilder machen, meine Kamera musste ich am auffallend gering frequentierten Wertsachendepot zurücklassen (die meisten Mönche hatten nur ihr rotes Gewand, ein Buch und eine Tasse dabei). Aber ich und der Dalai Lama, das sah ungefähr so aus: Und wenn jetzt die Frage aufkommt, warum ich meine Zeit verschwende und mir die Mühe mache, eine solche mäßige Kollage zu erstellen: Ja.

<a Ansonsten ist die letzten zwei Wochen tatsächlich so etwas wie Alltag eingekehrt. finde viel Zeit zu lesen, zu gammeln, Monitoringberichte für das PVCHR über verschiedene Projekte zu schreiben und die indischen Alltagsgewohnheiten kennenzulernen. Beispielsweise Kricketspielen auf dem Hausdach oder Unmengen an Ei essen. Offiziell bin ich jetzt Mitglied der Großfamilie Raghuvanshi und darf bei jedem großen Familienessen neben dem Familienoberhaupt Platz nehmen und extrem leckeres traditionelles Essen verspeisen.
Foto von Familienoberhaupt und Familie.

Familienoberhaupt

In Indien ist soweit alles klar. Es ist saukalt und ich friere sehr viel. Außerdem vermisse ich zunehmend das deutsche Essen und ein paar Menschen dort. Und auch deshalb, selbst wenns sehr verspätet kommt: Frohes Neues!

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